All these Likes for Nonsens

Verehrter DD!

Ich schreibe, weil ich Hunger habe. Das befördert immer die Kritik. Zumindest in meinem Fall. Eine Mischung aus Adrenalin, Essbares zu finden und jenem Notstromflirren, das einsetzt, wenn der Körper runterfährt.

Es ist so: Ich schrieb vor kurzem diese arg verkürzte, ja, meine künstlich verknappte Version einer Konsumkritik. Öffentlich. Und erntete dafür wiederum: Kritik.

Das ließe sich ja nun wirklich überall lesen. Auf mindestens 100 Websites oder so.

Gut also, dass hier niemand außer Ihnen mitliest (Reminder an mich: Ich sollte an dieser Stelle doch mal WordPress als App laden, um hier gewisse Emojis einfügen zu können).

Jedenfalls, so, wie das hier gerade läuft, fühle ich mich tatsächlich selbst-, statt fremdbestimmt und klopfe, drücke, quetsche in diese sehr alte Tastatur das, was mir gefällt. Das, was ich so in echt dazu meine.

Ich finde all diesen Lifestyle-Quatsch, der da draußen auf so vielen Medien ausschließlich betrieben wird: richtig scheiße. Und stelle doch fest: so richtig frei kann ich mich nicht davon machen. Gucke ich doch viel zu oft, was so bei bestimmten „Influencern“ auf Instagram geht.

Dabei habe ich vor kurzem erst groß aussortiert und alle rausgeschmissen, die mich irgendwie kribbelig machen – die ich nicht ertragen kann, weil ihr fake-shit mich regelrecht ankotzt und ich mich immerzu frage, was das denn soll?

Wo eigentlich die Leute geblieben sind, die stinken und mega fertig sind, voll rausfallen aus dieser uniformen Filter-Beauty-Community, in der alle die gleichen Teppiche und Pflanzen zuhause stehen haben und eine wishlist auf die andere folgt.

Wissen Sie, was ich mir manchmal wünsche: einmal wieder mehr denkenden, unaufgeregten, politischen Menschen zu begegnen. Also solchen, die es wirklich sind und sich nicht nur ob eines hypes oder weil es geil fürs Ego ist, mit unserer Gesellschaft befassen, ihren Statuten, ihren Potenzialen – und warum sich ob dieser großen industriellen Wende, der alle als Digitalisierung huldigen, die entscheidenden Dinge kaum ändern.

Oder finden Sie das zu kulturpessimistisch, wie ich hier daherrede?

Glauben Sie, die Dinge wandeln sich gerade zum besseren?

 

Jedenfalls, ach – ich weiß doch auch nicht.

Ihre K.

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