Auf ein Wort – Ach, von wegen: eine Pause

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Werter DD.,

ich weiß, Sie sind hier lange schon ausgestiegen – aber ich kann es nicht sein lassen, Ihnen zu schreiben und außerdem lassen sich derlei direkt adressierten Briefe ja immer besser tippen und bestimmt auch lesen als jene kryptische Wortgebilde, die ins nirgendwo formuliert sind.

Gut. Eigentlich aber schreibe ich dies hier gerade, weil mein Hirn alles andere nicht zulassen will. Manchmal klinkt es sich einfach aus. Gerne nach wochenlangem Durch- und Abarbeiten von Projekten, Aufträgen – Sie wissen schon. Dagegen ist dann auch kein Kraut gewachsen. Also gegen das tote Hirn. Es verweigert sich dann schlichtweg ein paar Tage, ehe es wieder einzusetzen ist.

Nun könnte man meinen, so ein totes Hirn sei schon okee für ein paar Tage, schließlich folgten darauf ja auch wieder produktivere Tage. Aber ich komme dann doch regelmäßig nicht so recht umhin, mich zu entspannen und die Dinge einfach sein zu lassen. Wahrscheinlich wäre in diesen Hirntodtagen angebrachter, sich irgendwo draußen hinzulegen, einen Grashalm im Mundwinkel (respektive Zigarette. Ja, Zigarette – viel besser!) zu tragen und in die im Wind wehenden Baumwipfel zu starren.

Nicht, dass ich das nie täte. Aber allzu häufig gestatte ich mir das einfach nicht. Und ich behaupte mal: damit bin ich nicht allein. Stichwort Leistungsgesellschaft.

Seitdem ich selbstständig bin, muss ich wohl dazu sagen, ist das alles schon viel besser geworden. Allein, weil ich nicht mehr im Akkord Texte schreiben muss. Allein! Wer hat sich das eigentlich einmal ausgedacht? Also, dass es eine gute Idee sei, Kreative vor einen Bildschirm zu sperren und anzunehmen, derlei geistige Arbeit ließe sich wie am Fließband verrichten.

Mit mir also nicht. Ich fahre jetzt in den Wald und suche winzig kleine, aber sehr aromatische Erdbeeren oder so. Dass das in jedem Fall immer die bessere Wahl ist, hat ja schon der Erich, also Kästner, irgendwann einmal formuliert:

„Wenn man so ganz alleine im Wald steht, begreift man nur sehr schwer, wozu man in Büros und Kinos geht. Und plötzlich will man alles das nicht mehr.“

So gesehen,

Ihre K.

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