Umsturz

Werter D.!

Ich mache mir neuerdings zu viele Gedanken um Pflanzen als Alternative zu Tierischem und seinen Auswirkungen auf meine Konstitution. Der Kaffee schmeckt davon auch nicht besser, muss aber trotzdem jeden Morgen sein. Ein Ritual. Ein Automatismus. Gar möchte ich sagen: eine Neurose, ihn überhaupt noch zu trinken. Wie das mit den Traditionen so ist. Einmal damit angefangen und etabliert, ist es schwer, wieder damit aufzuhören.

Und jetzt stolpern Sie bitte nicht über meinen Gedankensprung: Ich hadere gerade sehr über die Ausrichtung dieses Blogs, über unseren Dialog – der ja, wenn wir ehrlich sind, nicht stattfindet – ja, darüber, was das hier soll. Denn eigentlich ward das hier einmal angelegt, von persönlichen Animositäten und Egomanien befreit zu sein. Vom Ich-Journalismus gibt es da draußen zu viel. Das hier soll keine kaum geklickte Fortsetzung zu Imgegenteil sein (das sich ja eigentlich auch nur als selektive Fortsetzung von Plattformen für jedermann wie Neon.de verstehen kann).

Ich würde gerne an dieser Stelle einen Moment innehalten und mich mit Ihnen besinnen. Die Zukunft schrumpft, das sollte mal ein Blog über die ja doch sehr ausgeprägten destruktiven Strukturen unserer Gesellschaft sein, sich spezieller um eine Debatte ranken, die irgendwann mal in den 1980er Jahren angestoßen worden war und sich um die vermeintliche Eurosklerose rankte. Ich weiß noch zu wenig davon, aber eines ist klar: Wir haben hierzulande nicht aufgehört, Angst zu haben, ins Hintertreffen zu geraten. Fernab der Begrifflichkeit „Standortdebatte“ gibt es keinen Zeitungstag, an dem nicht vermeldet wird, an welcher Stelle aufgerüstet werden müsste, um unsere Volkswirtschaft wettbewerbsfähig zu gestalten.

Bezeichnender Weise schreibt in der aktuellen Ausgabe der F.A.Z. Johannes Pennekamp „Ist die deutsche Wirtschaft eigentlich stark genug und krisenfest?“. Und weiter: „Das ist eine ungewohnte, fast ketzerische Frage in einer Zeit, in der sich Deutschland allen anderen Ländern im Euroraum wirtschaftlich davoneilt und man anderswo von deutschen Verhältnissen nur träumen kann.“ Stellt’s fest und kommt doch nicht umhin, zu forden, man müsse den Wohlfühlmodus hinter sich lassen. Ketzerisch scheint mir diese Frage wiederum so gar nicht, eher folgerichtig in der Annahme, die Diskussion um den Standort habe sich längst verselbstständigt. Es wird in der Krise genauso diskutiert wie in Zeiten des Wachstums. Irgendwo scheint es immer zu haken. Und wenn der eine Kritikpunkt abgearbeitet ist, findet sich gewiss der nächste.

Was sagen Sie?

Ihre K.

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