Fortschritt fragil / Tinder is Muss

Geehrte K.,

entschuldigen Sie die späte, dadurch aber natürlich nicht minder gründliche Antwort.

Ohja, ich bin schon einmal morgens im Berufsverkehr mit der S-Bahn durch B. gefahren. Mehr als einmal. Und auch mehr als einmal schwarz (liebe BVG, ahnden Sie dies ruhig, meine Nummer steht im Telefonbuch – nicht, haha). Jedenfalls trifft auf Maps-Navigation und anderes wohl zu, dass viel davon abhängig von Gewohnheiten ist. Ich bin es zum Beispiel gewohnt, Orte ohne Smartphone zu finden. Also gelingt mir dies meistens. Wenn auch nicht immer sofort, aber Umwege erhöhen ja die Ortskenntnis. Was durch die Smartphonisierung jedoch abnimmt, ist die: Wahrnehmung! Die Wahrnehmung für öffentlichen Raum, für Hindernisse, Veränderungen, Läden, Menschen nimmt dadurch rapide ab und das ist sehr schade.

Und es ist traurig, dass jetzt auch schon Beziehungen ökonomisiert werden. Aber so ist das eben. Dahinter steckt aber ein Trugschluss, nämlich die Planbarkeit von Zwischenmenschlichem. Selbst wenn irgendein Algorithmus errechnet hat, dass ich mit Frau X zu 91,7% gleiche Ansichten habe – es nützt nichts, wenn ich die Frau nicht riechen kann, wenn sie mir nicht gefällt, wenn mir ihre Brüste mir zu groß sind, wenn sie schon nachmittags betrunken ist, wenn der Sex mit ihr scheiße ist. Gibt es bei elitepartner.de eigentlich eine Geld-zurück-Garantie, so wie in manchen Bordellen? Das wäre doch einmal eine echte Neuerung.

Es grüßt,

Ihr D.

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